Die Fluoreszenzangiographie ist ein bildgebendes Verfahren , das zur Diagnostik von Erkrankungen des Augenhintergrundes eingesetzt wird. Dabei wird ein geeigneter Farbstoff (z. B. selbstleuchtendes Fluorescein oder Indocyaningrün) als Kontrastmittel in die Blutbahn injiziert, so dass die Blutgefäße der Augen besser sichtbar gemacht werden können.
Hintergrund
Bei einer Angiographie handelt es sich in der Medizin um ein diagnostisches Bildgebungsverfahren, das zur Darstellung von Gefäßen dient. Hierzu gehören zum Beispiel das Röntgen oder auch das MRT (Magnetresonanztomographie). In der Regel wird für eine bessere Darstellung ein Kontrastmittel in die Gefäße injiziert.

Der deutsche Augenarzt Achim Wessing gilt als Erfinder der Fluoreszenzangiographie. Er hat dieses diagnostische Verfahren etwa Mitte bis Ende der 1960er Jahr in mehreren Büchern beschrieben.
Vor allem, wenn bei einem Patienten unklare Veränderungen der Netz- und Aderhaut vorhanden sind, kommt die Fluoreszenzangiographie zum Einsatz. Dabei werden vor allem die Ausmaße von diabetischen Veränderungen auf die Netzhaut untersucht. Weiterhin dient dieses Verfahren auch zur Festlegung einer eventuellen Lasertherapie, zur Klassifizierung von altersbezogenen Durchblutungsstörungen der Makula sowie zur Differenzierung von arteriellen oder venösen Gefäßverschlüssen.
Anwendungsgebiete der Fluoreszenzangiographie
Vor allem für Augenerkrankungen, deren Ursachen im Bereich der Augengefäße zu suchen sind, ist die Fluoreszenzangiographie geeignet. Hierzu gehören:
- diabetische Retinopathie
- Anteriore ischämische Optikusneuropathie
- altersabhänige Makuladegeneration (AMD)
- Gefäßverschlüsse im Augenbereich aufgrund von Thromben oder Tumoren
Diabetische Retinopathie
Die diabetische Retinopathie ist eine durch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ausgelöste Erkrankung der Netzhaut. Zunächst kommt es durch die zunehmende Schädigung von kleinen Blutgefäßen zu einer unbemerkten Schädigung der Netzhaut . Im weiteren Verlauf kann es unter Umständen zur Erblindung kommen.
Eine Therapie kann den Verlauf der Erkrankung verzögern, im besten Fall auch stoppen. Als vorbeugende Maßnahme sollte eine optimale Einstellung des Diabetes mellitus erfolgen.
Antoriore ischämische Optikusneuropathie
Die antoriore ischämische Optikusneuropathie (AION) bezeichnet einen akuten Verschluss einer Augenarterie im Zinn-Haller-Gefäßkranz, die den Sehnerv versorgt. Das führt zu einer unzureichenden Durchblutung des Sehnervenkopfes, was wiederrum eine Mangelversorgung des Sehnervs mit Sauerstoff und Nährstoffen nachsich zieht.
Die antoriore ischämische Optikusneuropathie stellt als Krankheitsbild eine Notfallsituation dar und wird in der Umgangssprache auch als Augeninfarkt bezeichnet.
Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Bei der altersabhängigen Makuladegeneration (kurz: AMD) handelt es sich um einen, im höheren Alter fortschreitenden, Verlust der zentralen Sehschärfe. Obwohl die Sehschärfe stark nachlässt, ist auch im Spätstadium keine Erblindung zu erwarten. Das liegt daran, dass der Sehverlust nur die so genannte Makula (zentrale Stelle der Netzhaut des Auges) betrifft und die restliche Netzhaut von der Erkrankung unberührt bleibt. Die Sehleistung im äußeren Gesichtsfeld wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Eine Orientierung in der Umgebung ist trotz der altersabhängigen Makuladegeneration also meist auch ohne Schwierigkeiten möglich. Generell ist es dem Betroffenen jedoch nur möglich, Hell-Dunkel-Kontraste wahrzunehmen, was in der Regel mit einem Verlust der Lesefähigkeit und auch der Fahrtüchtigkeit einhergeht. Auch Mitmenschen werden oft nur noch schwer erkannt.
Die Fluoreszenzangiographie – Durchführung
Bei der Fluoreszenzangiographie handelt es sich um ein schmerzloses und risikoarmes (z. B. Gelbfärbung der Haut, Übelkeit) Verfahren in der Augenheilkunde. Der Arzt sollte zuvor über allgemeine Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Probleme, Niere, Lunge, Leber, Stoffwechsel, Schilddrüse oder auch Nervensystem) informiert werden, auch vorhandene Allergien sind möglichst anzugeben. Wichtig ist, dass eine Liste über einzunehmende Medikamente zum Arzt mitgebracht wird.
Noch vor Beginn der eigentlichen Fluoreszenzangiographie verabreicht der Arzt dem Patienten Augentropfen, die zur Erweiterung der Pupillen führen. Die erweiterten Pupillen ermöglichen es dem Arzt, im normalen Ruhezustand des Auges Fotos von der Netzhaut anzufertigen. Im Anschluss fotografiert er das Auge unter besonderen Lichtverhältnissen – dadurch kommt es zu einem besseren Kontrast zwischen Netzhaut und Blutgefäßen.
Nachfolgend erhält der Patient einen fluoreszierenden Farbstoff in die Armvene gespritzt. Der Farbstoff breitet sich im Körper, vor allem aber in den Augen gut aus. Darauf erfolgt eine Bestrahlung des Auges mit kurzwelligem, blauem Licht. Dabei werden in regelmäßigen Abständen weitere Aufnahmen der Augen gemacht, mit denen die Verteilung des Farbstoffs im Auge beobachtet wird. Der Augenarzt kann anhand der Zeit, die der Farbstoff zur Verteilung im Auge benötigt, beurteilen, ob im Auge Verengungen vorliegen bzw. ob die Gefäße gesund sind.
Vor allem bei Patienten mit Diabetes, Durchblutungsstörungen oder auch Tumoren ist dies von besonderer Bedeutung. Auch Erkrankungen der Netzhaut oder Adergefäße können mit Hilfe der Fluoreszenzangiographie diagnostiziert werden.
Verwendete Färbemittel
Für die Fluoreszenzangiographie können zwei Färbemittel eingesetzt werden:
- Fluorescein
- Indocyangrün
Über einen in die Arm- oder Handvene gelegten Zugang wird der Farbstoff Fluorescein in den Körper injiziert. Der Farbstoff verteilt sich im Körper und erscheint bereits nach wenigen Sekunden in den Augengefäßen.
| Thema | Fluoreszenzangiographie |
|---|---|
| Bereich | Diagnostik |
| Art des Beitrags | Allgemeine Information, keine individuelle medizinische Beratung |
| Quelle | Archivbestand oculus-guide.com (Stand 2019) |
| Hinweis | Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden einen Augenarzt. |
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden einen Augenarzt.
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