Die extrakapsuläre Kataraktextraktion ist eine Form des operativen Eingriffs, die vor allem bei der Behandlung des Grauen Stars (Katarakt) zum Einsatz kommt. Es handelt sich heute in der refraktiven Chirurgie um das standardmäßig angewandte Prinzip bei der Katarakt-Operation.
Das zugrundeliegende Prinzip sieht den Austausch der Augenlinse gegen eine Kunstlinse vor: Zunächst wird die betroffene Augenlinse entfernt (Extraktion). Dabei bleibt die Linsenkapsel, in der die Linse sich befindet, erhalten, so dass eine Kunstlinse in diese körpereigene Linsenhalterung eingesetzt werden kann. Dieser Linsenaustausch kann mittels verschiedener Verfahren erfolgen, die im nachfolgenden Text näher vorgestellt werden sollen.
Hintergrundinformationen zur Katarakt und zum Eingriff

Grundsätzlich handelt es sich bei der extrakapsulären Kataraktextraktion um ein Verfahren, das bei jedem Linsenaustausch eingesetzt werden kann. Aus welchem Grund ein Linsenaustausch notwendig ist, ist dabei egal. Die Katarakt , also der Graue Star, ist jedoch mit Abstand der häufigste Grund für einen Linsenaustausch.
Bei der als Grauer Star bekannten Erkrankung des Auges trübt sich die Augenlinse, so dass sich die Sicht des Betroffenen mit einem grauen Schleier überzieht. Ohne Behandlung wird sich die Sehleistung immer weiter verschlechtern, bis der Patient erblindet.
Linsenaustausch als Therapie für die Katarakt
Der Graue Star ist eine sehr weit verbreitete Erkrankung, an der ein großer Teil der Weltbevölkerung leidet oder leiden wird. Die Linsentrübung tritt ganz besonders im Alter auf – ab 65 Jahren ist fast jeder Mensch von der Katarakt betroffen. Allerdings bemerkt nur etwa jeder zweite Betroffene die Symptome. Die einmal aufgetretene Trübung der Linse schreitet dann langsam, aber stetig fort. Durch die zunehmend alternde Bevölkerung in den Industrienationen nimmt die Zahl der Betroffenen immer weiter zu, so dass die Katarakt-Operation zu den häufigsten operativen Eingriffen überhaupt zählt. In den ärmeren Regionen der Welt stehen häufig nicht die medizinischen Möglichkeiten zur Verfügung, den Grauen Star adäquat zu behandeln, so dass hier viele Menschen mit der verschlechterten Sehleistung leben müssen.
Da von der Trübung „nur“ die Augenlinse betroffen ist, nicht jedoch die wichtigen Nervenzellen des Auges, verhilft ein chirurgischer Austausch der Linse etwa 90% der Betroffenen wieder zu einer Sehleistung von 50 – 100% . Komplikationen treten bei dieser Operation nur sehr selten auf.
Nachteile einer künstlichen Augenlinse
Ein Hauptproblem besteht darin, dass durch den Austausch der Linse die natürliche Brechkraft des Auges verloren geht. Die körpereigene Linse ist elastisch und kann ihre Wölbung darauf anpassen, ob das Auge ein Objekt in der Nähe oder in der Ferne betrachtet. Auf diese Weise kann das gesunde Auge auf jede Entfernung scharf sehen.
Eine eingesetzte Kunstlinse ist jedoch nicht elastisch, sondern starr. Sie kann den Brechwinkel des einfallenden Lichts nicht anpassen, so dass scharfes Sehen nur auf eine bestimmte Entfernung möglich ist (monofokale Linse). Üblicherweise wählt der Arzt die Brechkraft der Linse so, dass der Patient in der Ferne scharf sehen kann und für eine gute Sehleistung in der Nähe eine Sehhilfe benötigt (er wird weitsichtig).
Eine teurere und hinsichtlich der korrekten Funktion nicht immer empfehlenswerte Multifokallinse verfügt über verschiedene Bereiche mit unterschiedlicher Brechkraft. Dadurch ist in vielen Fällen im Anschluss an die Operation keine Sehhilfe notwendig.

Untersuchungen vor einer Kataraktextraktion
Bevor der Augenexperte die extrakapsuläre Kataraktextraktion als geeignete Therapie empfiehlt, muss er zunächst eine exakte Diagnose stellen . Die getrübte Linse als Ausprägung des Grauen Stars ist leicht erkennbar. Je nachdem, wie fortgeschritten die Trübung bereits ist, kann die Notwendigkeit des Eingriffs schnell festgestellt werden.
Doch für die Wahl und Herstellung einer geeigneten Kunstlinse muss das betroffene Auge exakt vermessen werden. Um die Brechkraft der Kunstlinse zu berechnen, muss beispielsweise die Entfernung zwischen Linse und Netzhaut auf den Mikrometer genau bekannt sein. Nur eine präzise vorgenommene Vermessung stellt sicher, dass der Patient nach der Operation die Umwelt scharf wahrnimmt und die Operation komplikationsfrei durchgeführt werden kann.
Operationsverfahren bei der extrakapsulären Kataraktextraktion
Grundsätzlich unterscheidet man danach, ob die natürliche Halterung der Linse , die Linsenkapsel, erhalten bleibt (extrakapsulär, Abkürzung ECCE) oder zusammen mit der Linse entfernt wird (intrakapsulär, Abkürzung ICCE). Bleibt die Linsenkapsel erhalten, kann die Kunstlinse besser im Auge verankert werden. Die intrakapsuläre Kataraktextraktion wird daher seit den 1960er Jahren nicht mehr durchgeführt.
Für den Eingriff wird in der Regel nur das Auge örtlich betäubt. Eine Vollnarkose ist nicht notwendig und kommt nur an Kindern zur Anwendung. Wenn Erwachsene aus unterschiedlichen Gründen, wie zuviel Angst vor dem Eingriff, eine Vollnarkose wünschen, sollten sie dies mit ihrer Krankenkasse absprechen. Möglicherweise werden die Kosten für eine Vollnarkose nicht übernommen.
Die extrakapsuläre Kataraktextraktion kann wiederrum mithilfe verschiedener Verfahren durchgeführt werden. Deren Vor- und Nachteile lesen Sie nachfolgend!
Katarakt-Operation mit Femtosekundenlaser
Dieses Verfahren ist die präziseste und gewebeschonendste Methode für den Linsenaustausch. Sie beginnt sich zurzeit erst durchzusetzen und wird bis jetzt nur an wenigen Augenzentren angeboten.
| Thema | Extrakapsuläre Kataraktextraktion |
|---|---|
| Bereich | Operationen |
| Art des Beitrags | Allgemeine Information, keine individuelle medizinische Beratung |
| Quelle | Archivbestand oculus-guide.com (Stand 2019) |
| Hinweis | Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden einen Augenarzt. |
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden einen Augenarzt.
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